Informationen zur Verordnung (siehe auch: www.heilmittelkatalog.de)


Die drei wichtigsten Neuerungen, die seit dem 1. Juli 2004 gelten:

  1. Jeder Diagnosegruppe wird ein Indikationsschlüssel zugeordnet
  2. Für jede Diagnosegruppe gibt es eine maximale Gesamtverordnungsmenge
  3. Längerfristige Verordnungen sind weiterhin möglich, jedoch vom Arzt begründungspflichtig und den Krankenkassen zur Genehmigung vorzulegen


Des Weiteren wurden folgende Punkte neu geregelt:

  • Die Heilmittelverordnung 18 ist neu gestaltet
  • Nach einer Erstverordnung können je nach Diagnosegruppe in der Regel mehrere Folgeverordnungen mit je 10 Behandlungen ausgestellt werden
  • Ist das Therapieziel mit der vorgeschriebenen Verordnungsmenge nicht zu erzielen, kann der Arzt mit Hilfe einer medizinischen Begründung eine längerfristige Therapie befürworten. Die Fortsetzung der Therapie bedarf der Genehmigung durch die zuständige Krankenkasse, die vom Versicherten oder dessen Angehörigen eingeholt werden muss. Bis zur Genehmigung durch die Krankenkasse darf die Behandlung weitergeführt werden.
  • Die regelmäßigen Therapeutenberichte entfallen, der Arzt hat jedoch die Möglichkeit, dies auf der Verordnung als weiterhin gewünscht anzugeben.
  • Die Gesamtverordnungsmenge richtet sich je nach Diagnosegruppe von 6 bis 60 Einheiten und ist dem Heilmittelkatalog genau zu entnehmen. 
1. Beispiel:
Bei ZNS-Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres lautet der Indikationsschlüssel EN 1 Entwicklungsstörung mit Einschränkung der Beweg-lichkeit, Geschicklichkeit. Das vorrangige Heilmittel wäre in diesem Fall eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung mit einer Frequenz von einer und mehr Behandlungseinheit pro Woche. Die Gesamtverordnungsmenge beträgt im Regelfall 60 Einheiten, kann aber durch eine Verordnung außerhalb des Regelfalls verlängert werden, falls das Therapieziel noch nicht erreicht ist oder weitere Fortschritte möglich sind.
2. Beispiel:
ZNS-Erkrankungen nach Vollendung des 18. Lebensjahres. Der Indikationsschlüssel lautet hier EN 2. Neben der Diagnose soll hier auch die Leitsymptomatik und gegebenenfalls weitere Befunde eingetragen werden. Das vorrangige Heilmittel ist die sensomotorisch-perzeptive Behandlung mit einer Frequenzempfehlung von mindestes einer Behandlung pro Woche. Die Gesamt-verordnungsmenge beträgt 40 Einheiten und kann aus medizinischen Gründen verlängert werden, falls das Therapieziel nicht erreicht ist oder eine Pause die bereits erzielten Erfolge in Frage stellen würde.

Die Abwicklung der Genehmigungspflicht ist den Krankenkassen auf Landesebene überlassen. Da momentan einige Krankenkassen auf das Genehmigungsverfahren verzichten ist es dem Patient zu raten - im Falle einer längerfristigen Verordnung - sich bei seiner Krankenkasse nach der Genehmigungspflicht zu erkundigen.